
Philips, Rowenta oder Leifheit: Welcher Mopp wischt wirklich gut?
Drei «Reinigungssysteme» treten zum Nassreinigen an – von günstig bis teuer. Ins Schwitzen bringen mich alle. Der heimliche Gewinner des Vergleichs ist einer, der gar nicht im Test war.
Das, was die Hersteller über ihre Geräte sagen, maht richtig Lust aufs Putzen. Rowenta verspricht «smarte Reinigung mit nie dagewesener Leichtigkeit», bei Philips heisst es, der Mopp arbeitet mit sauberem Wasser und saugt das Schmutzwasser gleichzeitig auf, was eine hygienische Reinigung ohne Nachspülen ermöglicht. Und Leifheit lockt mich mit: «Einfach sprühen, wischen, fertig! (...) Der perfekte Bodenwischer für die schnelle Sauberkeit zwischendurch.»
Wie ist das möglich? Kann der Wischer für 50 Franken also das gleiche wie das Saug-Wisch-Gerät mit Künstlicher Intelligenz für über 300 Franken. Oder vereint Philips zum Preis von 140 Franken in der Mitte das Beste aus allen Welten?
Im Test vergleiche ich die drei Geräte. Jedes muss auf einem Natursteinboden Flecken bekämpfen. Danke übrigens an das Team der HGC Handel AG. In ihrem Showroom in Zürich durften die Flecken über Nacht einweichen: Salatsauce, Ketchup, Schokocreme und eine zertretene Kirsche.
Und ja, wie du im Video siehst, waren das Mengen, die das Niveau einer normalen Sauerei übertreffen. Ein Viertelpfund Nutella würdest du hoffentlich mit einem Küchentuch direkt schon mal aufwischen.
Der Endgegner für die Wischer von Leifheit, Philips und Rowenta war im Test allerdings nicht die Schokocreme, sondern das eingetrocknete Ketchup. Letztlich habe ich den Boden aber mit allen drei Geräten sauber bekommen. Einigermassen.
Muskelkraft vs. kraftvolle Rolle
Mit dem Sprühwischer von Leifheit habe ich am meisten geschwitzt und habe ein paar Hundert Milliliter Wasser-Reinigungsmittel-Gemisch verspritzt. Beim Elektro-Mopp Philips OneUp 5000 gibt es keine mechanischen Vibrationen oder Rotationen. Das Gerät pumpt zwar Reinigungsmittel auf den Boden und saugt schmutziges Wasser wieder ein. Aber damit der Fleck weg geht, muss ich eben doch mit dem Wischpad über den Boden fahren und dabei kräftig drücken.
Beim XClean 10 von Rowenta ist das anders: Bei ihm rotiert eine Bürste über den Boden. Sie funktioniert auch als Antrieb, das Gerät zieht nach vorne. Der Tank liefert das Reinigungsmittel. Ich lasse das Gerät über die Flecken walzen, ziehe es am Griff zurück, und das Ganze beginnt von vorne. Dass der XClean 10 auch mit Spaghetti zurecht kommt, zeigt dir übrigens mein Kollege Simon Balissat in seinem ausführlichen Test.
Klarer Sieger beim Socken-Test
Richtig sauber ist am Ende einzig die Fläche, die ich mit dem teuersten Gerät im Test bearbeitet habe. Nur dort, wo der Rowenta XClean 10 seine Bahnen gezogen hat, bleiben auch meine weissen Tennissocken sauber, wenn ich damit über den gewischten Boden rutsche.
Beim Sprühwischer von Leifheit habe ich schon geahnt, dass irgendwann ein Teil des Schmutzes nur noch verteilt wird. Nämlich dann, wenn der Wischbezug so dreckig ist, dass er nichts mehr aufnehmen kann.
Der OneUp 5000 hat erkennbar Probleme mit den Kräutern aus der Salatsauce. Sie werden gar nicht oder nur langsam eingesaugt. Und die Wischleistung des Pads ist schwächer als beim Leifheit. Für gelegentliches Durchwischen bei wenig Dreck mag er dagegen treue Dienste tun. Meine Kollegin Stefanie Lechthaler hat das hier getestet.
Saubermachen nach dem Wischen
Im Video siehst du eines nicht: wie ich nach dem Test die drei Testgeräte reinige. Ist aber ja noch relevant, oder?
Beim Leifheit ist das Saubermachen noch am schnellsten erledigt. Den schmutzigen Wischbezug – in meinem Fall den sehr, sehr, sehr, sehr schmutzigen Wischbezug – nehme ich einfach ab.Die Mischung aus Ketchup, Nutella, Salatsauce und Kirschsaft riecht, naja, interessant. Ich spüle den Bezug erst im Waschtrog grob aus, bevor ich ihn bei 60 Grad in die Waschmaschine gebe. Das Ergebnis ist okay, aber strahlend weiss ist der «2-Faser-Wischbezug» nach der Tortur nicht mehr.
Auch das Pad des OneUp 5000 darf in die Waschmaschine. Es verträgt 40 Grad und maximal 1000 Umdrehungen. Laut Philips macht er das ein halbes Jahr lang mit, dann wird ein Ersatzpad empfohlen, Kostenpunkt um die 25 Franken. Mein Pad aus dem Test spüle ich auch erst einmal im Trog aus, bevor es in die Maschine darf. Das Ergebnis sieht auf den ersten Blick sauberer aus. Das liegt aber vor allem daran, dass man auf Dunkelblau weniger sieht als auf dem Weiss des Leifheit. Beim OneUp kommt ein weiterer Arbeitsschritt hinzu: Ich muss den Schmutzwassertank leeren und ihn ausspülen. Das dauert zwar nur fünf Minuten, nervt aber trotzdem.
Und dann ist da noch der XClean 10. Die Walzenbürste sieht nach dem Test alles andere als appetitlich aus. Daran hat auch das automatische Reinigungsprogramm nichts geändert, das das Gerät hat. Ich muss also die Walze aus dem Gerät nehmen und von Hand reinigen. In die Waschmaschine darf sie nicht. Also lege ich sie in Spülwasser ein und bürste den Schmutz heraus. Dann ab in die Sonne damit zum Trocknen. Währenddessen widme ich mich dem Schmutzwassertank. Leeren und Ausspülen ist auch hier Gebot der Stunde, will ich nicht, dass mich der Geruch für immer an den Test erinnert. Ist der XClean 10 einmal so richtig eingesaut, macht er am meisten Arbeit.
Ein Mopp tut’s auch
Ganz oben im Text habe ich vom «heimlichen Gewinner» geschrieben. Es ist ein Putzgerät, das es so schon seit Jahrzehnten gibt: die einfache Mopp-Eimer-Kombi. Die Bedienung dort ist simpel: Mopp ins Wasser tauchen, auswringen, Boden wischen, wieder in den Eimer, wieder auswringen, wieder wischen. Klar, über Zeit wird das Wischwasser schmutzig. Deshalb solltest du es regelmässig wechseln, bevor das Putzen zum Dreckverteilen wird. Das nervt aber auch nicht mehr, als wenn ich Tanks mit Reinigungsmittel füllen, schmutzige Tanks leeren oder Akkus laden muss.
Übrigens ist ein Mopp-Eimer-System auch nicht mehr das, was es zu Zeiten unserer Grosseltern war. Da hat die Industrie inzwischen Dinge wie Zwei-Tank- und Auswring-Systeme oder Auspresssiebe im Angebot. Für die Wisch-und-Weg-Fraktion gibt es Einmaltücher. Der Fortschritt lässt sich einfach nicht stoppen.
Wie wischt du den Boden? Bist du Team Eimer oder Team Technik? Schreib's in die Kommentare.
Journalist seit 1997. Stationen in Franken, am Bodensee, in Obwalden und Nidwalden sowie in Zürich. Familienvater seit 2014. Experte für redaktionelle Organisation und Motivation. Thematische Schwerpunkte bei Nachhaltigkeit, Werkzeugen fürs Homeoffice, schönen Sachen im Haushalt, kreativen Spielzeugen und Sportartikeln.
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