
Diese Isomatte sieht bequem aus und ist es auch
Komfortabel, leicht und robust sollte eine Isomatte idealerweise sein. Doch diese Kombi ist selten. Mein Tipp: Die Rapid-SL-Insulated von Big Agnes.
Eingequetscht zwischen Zeltboden und Schlafsack führen Isomatten oft ein Schattendasein. Zu Unrecht. Denn eine bequeme Unterlage ist entscheidend für guten Schlaf. Und damit auch für die Menge an Energie, die du am nächsten Tag für deine Outdoor-Abenteuer aufbringen kannst.
Ich bin auf der Outdoor-Messe am Gardasee auf die Isomatten von Big Agnes aufmerksam geworden und hatte die Möglichkeit, vom Hersteller ein Testmodell zu bekommen. Ich entschied mich für die breite Version der Rapid-SL-Insulated, die 183 Zentimeter lang und 63,5 Zentimeter breit ist. Es gibt sie aber auch mit einer Länge von 198 Zentimetern und einer Breite von 51 Zentimetern.
Die Big Agnes Rapid-SL-Isomatte ist nicht ultraleicht, aber mit rund 650 Gramm immer noch im vernünftigen Rahmen. Ich hatte schon ultraleichte Matten, die so fragil waren, dass sie nach der ersten Nacht auf dem Waldboden bereits ein Loch hatten. Das will ich vermeiden.
Meine Ansprüche an den Komfort sind ebenfalls gestiegen. Wahrscheinlich, weil ich älter geworden bin und weniger Toleranz für schlechten Schlaf und schmerzende Knochen am Morgen aufbringe. Deshalb scheint mir die Rapid-SL-Insulated-Matte von Big Agnes auf jeden Fall einen Versuch wert.
Packmass und Zubehör
Die isolierte Matte wird eng zusammengerollt in einem Packsack geliefert. Mit dabei sind noch ein Pumpsack und ein Reparaturkit, das ich hoffentlich nicht brauchen werde. Zusammen ist alles nicht viel grösser als eine Ein-Liter-Wasserflasche.

Beim Auspacken gefällt mir das robuste Material. Die beiden getrennten Ein- und Auslass-Ventile sind ein willkommenes Feature. Wenn sich der Pumpsack beim Aufblasen versehentlich vom Ventil löst, bleibt die Luft im Inneren der Matratze. Beim Luftablassen erleichtert ein zweites Ventil die Arbeit, da es offen bleibt und keine Membran heruntergedrückt werden muss.

Mit dem luftgefüllten Sack habe ich die Matte schnell etwa halb gefüllt. Ich bin ein grosser Fan von Pumpsäcken, mit denen du die Umgebungsluft einfängst und unter Druck in die Matratze beförderst. Hineinblasen ist dagegen keine gute Idee. Die feuchte Atemluft kann Schimmel in der Matte verursachen. Die Rapid-SL ist zwar innen antimikrobiell beschichtet, was das Risiko aber nur teilweise verringert.

Ich bin nicht nur älter, sondern offensichtlich auch fauler geworden. Deshalb lege ich den Pumpsack zur Seite und nehme eine kleine Elektropumpe, um die Isomatte ganz zu füllen. Da die Pumpe zusätzlich als Campinglicht doubelt, steckt sie ohnehin in meinem Rucksack.
Wie man sich bettet …
Die Isomatte ist strukturiert und hat eine Höhe von neun Zentimetern in der Mitte. Ich schätze das dicke Polster sehr. Denn als Seitenschläferin bedeutet jeder Extra-Zentimeter weniger Druck auf Schultern und Hüfte. An den Seiten ist die Matte sogar elf Zentimeter hoch. Das verhindert, dass ich nachts beim Umdrehen im Schlaf einfach so von der Matte rutsche.
Zur Schlafenszeit mache ich es mir auf der luftgefüllten Unterlage bequem. Da sie zur Wärmedämmung auf zwei Schichten reflektierenden Film setzt, hatte ich befürchtet, dass sie bei jeder Bewegung knisternde Geräusche von sich gibt. Das habe ich bei anderen Isomatten schon erlebt. Die Big-Agnes-Matte ist aber angenehm ruhig. Ich höre beim Hin- und Herwälzen nichts.

Tatsächlich kann ich von den drei Nächten gar nicht viel berichten, da ich bequem lag und weitgehend durchgeschlafen habe. Dank der Struktur und Dicke fühlte sich meine Unterlage richtig bequem an. Für eine Isomatte mit relativ geringem Gewicht ist das beachtlich.
Die Matratze hat einen R-Wert von 4,8. Der R-Wert misst, wie gut eine Isomatte den Wärmeverlust an den Boden verhindert. Je höher der R-Wert, desto besser isoliert die Matte. Mit 4,8 liegt die Rapid-SL-Insulated im oberen Bereich der Drei-Jahreszeiten-Matten. Kombiniert mit einer Schaumstoffmatte am Boden wäre sie auch fürs Wintercamping geeignet. Bei meinem Test waren die Temperaturen nachts mit rund acht Grad mild. Ich hatte es die ganze Zeit kuschelig warm.
Einpacken und verstauen
Nach den drei Tagen im Freien geht’s zurück. Die Luft ist dank der Ausblasöffnung schnell aus der Matte gepresst. Ich falte sie längs auf ein Drittel ihrer Grösse und rolle sie ein. So weit, so einfach. Dann versuche ich, sie wieder im Transportsack zu verstauen. Das ist ein ziemliches Gefriemel. Offensichtlich hatte ich nicht so eng gerollt, wie gedacht. Beim zweiten Versuch klappt’s. Aber ein paar Zentimeter mehr Stoff an der Verpackungshülle würden das Einpacken deutlich erleichtern.
Fazit
Die Isomatte trifft den Sweet Spot zwischen Gewicht und Komfort
Pro
- leicht und kompakt
- einfach aufzupumpen
- komfortable Dicke
- gute Isolierung
- wenig Geräusche
- Details wie zwei Ventile und höhere Seiten
- antimikrobielle Innen-Beschichtung
Contra
- Packsack etwas eng
Forschungstaucherin, Outdoor-Guide und SUP-Instruktorin – Seen, Flüsse und Meere sind meine Spielplätze. Gern wechsel ich auch mal die Perspektive und schaue mir beim Trailrunning und Drohnenfliegen die Welt von oben an.
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