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Siri Schubert
Produkttest

Der Yeti Ranchero bietet viel, doch überzeugt nicht ganz

Yeti ist bekannt für Isolierbecher und Kühltaschen. Jetzt hat der Hersteller seine Produktpalette erweitert und bietet neu auch Rucksäcke fürs Pendeln und Outdoor-Abenteuer an. Ich habe eines der ersten Modelle getestet.

Das Erste, was am Ranchero-Rucksack von Yeti auffällt, sind die drei Reissverschlüsse. Sie sind angeordnet wie ein Ypsilon. Interessant. Ob sich das in der Praxis bewährt?

Die ungewöhnliche Anordnung der drei Reissverschlüsse weckt meine Neugier.
Die ungewöhnliche Anordnung der drei Reissverschlüsse weckt meine Neugier.

Das 27-Liter-Testmodell, das mir der Hersteller zur Verfügung stellt, überrascht mich. Statt auf Gewichtsreduzierung, wie es im Trend liegt, setzt Yeti auf robuste Bauweise. Der Rucksack wirkt sehr solide, wiegt dafür aber auch 1,7 Kilo. Deshalb würde ich ihn eher fürs Pendeln, im Alltag und auf Reisen nutzen. Für Wanderungen und Trekking-Touren ist er mir zu schwer. Es gibt den Ranchero auch in einer 22-Liter-Ausführung mit einem Gewicht von knapp 1,5 Kilo und leicht veränderten Features.

Reissverschlüsse lassen tief blicken

Klar, dass ich als erstes die drei Reissverschlüsse zum Hauptfach öffne. Clever, finde ich. Dank des grossen Verschlusses an der Vorderseite kann ich direkt ins Hauptfach blicken. Dinge, die ganz unten liegen, kommen ohne langes Suchen zum Vorschein.

Der schnelle Blick ins Innere.
Der schnelle Blick ins Innere.

Das ist besonders praktisch, wenn ich Sportschuhe und Klamotten unten lagere und Notizbuch, Ersatzakkus und eine Kamera für die Arbeit darüber. Im Fitnessstudio komme ich dann schnell und ohne Kramen an mein Outfit.

Will ich nur schnell eine Jacke verstauen, reichen die beiden oberen Reissverschlüsse. Dann wird der Rucksack zum Toploader.

Falls du jetzt denkst: «Moment mal, das Design kommt mir doch bekannt vor», dann liegst du richtig. Die drei Reissverschlüsse gibt es bereits beim Scree-Rucksack des Herstellers Mystery Ranch. Den hat Yeti vor einiger Zeit übernommen. Und damit auch das Reissverschluss-Konzept.

Viele Taschen für gute Organisation

Neben dem Hauptfach verfügt der Rucksack über ein gepolstertes Laptopfach, in das zusätzlich noch ein Tablet passt.

Das Laptopfach ist geräumig und gut gepolstert.
Das Laptopfach ist geräumig und gut gepolstert.

Für Ladekabel, Powerbanks, Lipbalm, Snacks und was du täglich sonst noch so mitführst, gibt es im Rucksack-Inneren fünf kleine Taschen, drei davon mit Reisverschluss. Ich mag es, meinen Kleinkram zu organisieren, für mich passt das Innen-Layout deshalb.

Lipbalm, Ladekabel und andere Kleinigkeiten verschwinden in den Taschen.
Lipbalm, Ladekabel und andere Kleinigkeiten verschwinden in den Taschen.

Meine Lieblingstasche ist allerdings die im Deckel. Ich komme an Smartphone, Kopfhörer und Energieriegel ran, ohne das Hauptfach zu öffnen. Ein Bändel mit Clip für den Schlüssel ist auch integriert.

Mein Lieblingsfach für alles, was ich schnell zur Hand haben möchte.
Mein Lieblingsfach für alles, was ich schnell zur Hand haben möchte.

Aussen sind noch zwei leicht dehnbare Taschen, um Trinkflasche, Schirm oder ein Mini-Stativ einzuklemmen. Zu breit sollte die Flasche aber nicht sein, sonst wird’s eng, wenn der Rucksack vollgepackt ist.

Standfest und wasserabweisend

Wenn du den Ranchero zum Pendeln auf dem Velo nutzt, brauchst du dir um leichte Regenschauer keine grossen Sorgen zu machen. Das Obermaterial ist wasserabweisend und die Reissverschlüsse beschichtet. Für richtig starken Regen hätte ich mir eine Regenhülle gewünscht. Sie würde auch vor Dreckspritzern beim Fahrradfahren schützen.

Leichter Regen ist für den Ranchero kein Problem.
Leichter Regen ist für den Ranchero kein Problem.

Neben den Reissverschlüssen hat der Backpack ein weiteres auffälliges Merkmal: seine Standfestigkeit. Der Boden ist mit einer herausnehmbaren Kunststoffplatte verstärkt. So steht er wirklich sicher, selbst im fahrenden Zug. Die Platte verleiht dem Rucksack Stabilität. Wenn ich meine Kamera dabei habe, schätze ich den zusätzlichen Schutz.

Abriebfestes Obermaterial und solides Tragesystem

Das Obermaterial besteht aus einem speziellen Nylongewebe namens Tuffskin. Unempfindlich ist es, das kann ich bestätigen. Ein versehentliches Entlangschleifen an einer rauhen Hauswand hat der Rucksack ohne Kratzer überstanden.

Rückenplatte und gepolsterte Gurte verstärken den soliden Eindruck.
Rückenplatte und gepolsterte Gurte verstärken den soliden Eindruck.

Dank der fest vernähten, gepolsterten Gurte und der Rückenplatte sitzt der Rucksack beim Tragen angenehm. Allerdings gibt es kein Belüftungssystem, was zu unangenehmem Schwitzen am Rücken führt.

In der Sommerhitze wird's mir unter dem Rucksack zu warm.
In der Sommerhitze wird's mir unter dem Rucksack zu warm.

Für wen ist der Yeti Ranchero geeignet?

Die Frage, für wen und welche Szenarien der Rucksack besonders gut geeignet ist, stellt sich mir immer wieder. Laut Produktbeschreibung soll er für Outdoor-Abenteuer gemacht sein. Dafür ist er mir aber zu schwer und zu sperrig. Zudem fehlen Features wie eine Helm- oder Seilbefestigung.

Auch optisch sehe ich den Ranchero eher am Flughafen, im Zug oder im Büro als in den Bergen oder am Strand. Obwohl ich ihn in einem Surfshop in Portugal und einem Wakeboardshop in Österreich gespottet habe.

Statt beim Wandern trage ich den Ranchero lieber beim Pendeln.
Statt beim Wandern trage ich den Ranchero lieber beim Pendeln.

Ich würde den Rucksack eher zum Pendeln oder auf Reisen mitnehmen. Aber auch hier ist er mir fast etwas zu sperrig für den begrenzten Innenraum, den er bietet. Und die gedeckten Farben reissen mich nicht gerade vom Hocker.

Fazit

Ein robuster Rucksack fürs Pendeln und Reisen

Der 27-Liter Ranchero von Yeti hat viel, was für ihn spricht: Er ist solide, hält einiges aus, hat viele Innentaschen und ein praktisches Reissverschluss-System. Fürs Pendeln zur Arbeit und zum Reisen ist er gut geeignet, deshalb vier Sterne. Dennoch konnte er mein Herz nicht ganz erobern. Vielleicht sind es die gedeckten Farben und das zurückhaltende Aussehen kombiniert mit dem Gewicht. Für den Preis hätte ich einfach noch ein bisschen mehr erwartet: Dass er leichter ist oder über ein cooles, überraschendes Feature verfügt, das mich aus den Socken haut.

Pro

  • praktisches Reissverschluss-System
  • Innentaschen für gute Organisation
  • abriebfestes, wasserabweisendes Obermaterial
  • standfest und robust

Contra

  • fehlende Regenhülle
  • relativ hohes Gewicht
  • hoher Preis
Yeti Ranchero Rucksack (27 l)
Rucksack
EUR346,73

Yeti Ranchero Rucksack

27 l

Titelbild: Siri Schubert

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Forschungstaucherin, Outdoor-Guide und SUP-Instruktorin – Seen, Flüsse und Meere sind meine Spielplätze. Gern wechsel ich auch mal die Perspektive und schaue mir beim Trailrunning und Drohnenfliegen die Welt von oben an.


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