
Satch Con:next im Test: Kompakter Schulrucksack für den Laptop-Alltag
Der Satch Con:next ist interessant, sobald der Laptop zum zentralen Arbeitsmittel wird. Meine Tochter hat ihn ein paar Wochen lang durch den Alltag getragen. Die grössten Stärken des Rucksacks haben sie gleichzeitig genervt.
Achtung, jetzt kommt Werbung: «Der coole Rucksack, der für die Schule gemacht ist und trotzdem wie Freizeit aussieht», schreibt Satch über den Con:next. Ein bisschen Berglook soll er bieten, auch wenn nur Berge von Arbeit warten. Bevorzugt digital. Schon der Name verrät, woher der Wind weht: connect, next, Con:next … verbinden, der nächste will er sein, wenn der teure Schulthek zum Ende der Primarschulzeit verschmäht in der Ecke steht.

Meine Tochter ist schon das zweite Jahr in der Oberstufe und gerne bereit, den Satch Con:next ein paar Wochen im Alltag auszuprobieren, als mir ein Kollege bei Galaxus ein Testmodell anbietet.
Er könnte zu ihren Bedürfnissen passen: Der Unterricht findet teils digital und teils mit Büchern statt. Immer öfter lässt sie ihren eigenen Satch-Rucksack zu Hause stehen, weil er ihr mit 30 Litern Volumen zu gross ist. Dann schnappt sie sich einen kleinen Eastpak. Der Con:next nimmt mit 22 Litern Volumen ihre Zielgruppe ins Visier.
Gewicht, Aufteilung und Dimensionen
Der schmale Rucksack schafft es, seine 875 Gramm so auszubalancieren, dass er auf einem verstärkten Boden steht. Ein Grossteil des Gewichts konzentriert sich auf das gepolsterte und mit einer Aluminiumschiene stabilisierte Rückensystem. Höhenverstellbar ist es nicht, dafür hat es einen Belüftungskanal sowie abnehmbare Becken- und Brustgurte.

Am Rücken sitzt das Laptopfach mit einem seitlich angebrachten Reissverschluss. Das Hauptfach ist mehrfach unterteilt, dazu gibt es ein separat zugängliches Nebenfach und Platz für eine Trinkflasche. Der Con:next misst 31 × 43,5 × 20 cm in Breite, Höhe und Tiefe. «Die Grösse des Rucksacks finde ich super, auch die Aufteilung der Fächer ist gut», meint meine Tochter. «Er trägt sich sehr angenehm.»
Laptopfach: Das Wichtigste zuerst
Wertvollster, wichtigster und schwerster Alltagsgegenstand ist im Schulalltag der Laptop. Er muss geschützt und aufgrund des Gewichts möglichst nah am Rücken sein. Der Con:next packt ihn nicht in ein gepolstertes Abteil des Hauptfachs, sondern verstaut ihn separat – weit weg von allem, was auslaufen oder kratzen kann. Das ist grundsätzlich gut.
Das Laptopfach hat Platz für Geräte bis 14 Zoll. Meine Tochter ist, wie von der Schule empfohlen, mit dieser Bildschirmdiagonale unterwegs und nicht vollständig happy: «Für das Fach ist mein Laptop gefühlt ein bisschen zu gross», sagt sie. «Er passt schon rein, aber ich muss immer zerren, um ihn wieder rauszukramen.»

Oben oder unten – irgendwo hakt es immer, was auf Dauer nerven kann. Gegen die Ergonomie kommt auch Satch nicht an. Der Aluminiumstab am Rückenpolster ahmt die S-Form der Wirbelsäule nach, ein Laptop ist nun mal flach und wird beim Ziehen immer ein bisschen gegen den Reissverschluss gedrückt. Selbst wenn ich den Stab herausnehme, bleibt der Zugriff bei gefülltem Hauptfach etwas fummelig. Dafür ist das Gerät beim Tragen ideal verpackt, es sitzt stramm und ist rundum vor Stössen geschützt.

Das Hauptfach ist sinnvoll unterteilt
Dem grossen Fach des Rucksacks fehlt eigentlich nur eines: Tiefe. 22 Liter Volumen bedeuten, dass er schlank bleibt und sich nicht unbegrenzt ausstopfen lässt. Dafür bietet er Ordnungsliebenden einige Möglichkeiten. Da ist eine kleine Schlaufe für den Smart Pen ganz oben, darunter folgen zwei Fächer für Ordner, Hüllen oder Arbeitsblätter.

Gegenüber gibt es zwei elastische Abteile, ein kleines Reissverschlussfach sowie eine Gummischlaufe, um irgendwas ordentlich anzuschnallen. Zum Beispiel einen Kopfhörer. Das hätte ich früher nie gemacht, sondern alles hemmungslos nach unten gestopft.
Dadurch, dass sich das komplette Hauptfach nur ungefähr bis zur Hälfte öffnen lässt, merke ich schnell, wann damit Schluss ist. «Mir reicht der Platz», urteilt meine Tochter. «Ich kann mir jedoch vorstellen, dass er anderen nicht reichen würde.» Wenn zum Beispiel eine grosse Lunchbox mit soll, wird es schnell eng.
Details an der Aussenseite
Andere Aspekte sind im Alltag meiner Tochter gar nicht so relevant. Deshalb schaue ich sie mir genauer an. Solange das Hauptfach nicht zu sehr vollgestopft ist, komme ich über die Aussenhülle noch gut an das Schlüssel- und Kramfach. Es besitzt einen senkrechten, etwas versteckten Reissverschluss. Ob es Schülerinnen und Schüler gibt, die ihren Schlüssel tagtäglich darin einhaken? Ich bezweifle es.

Vermutlich findet sich hier häufiger eine Mischung aus Stiften, zerknitterten Zetteln und einzelnen Kaugummis. Eher wird der dehnbare Platz für die Trinkflasche an der Seite bestimmungsgemäss verwendet. Aussen zählt, seien wir ehrlich, vor allem die Optik. Meine Tochter nervt sich vor allem an einer Sache: «Die vielen Bänder haben mich manchmal gestört.»
Sie machen den Rucksack flexibel, sind aber nicht zu übersehen und können irgendwo hängenbleiben. Leicht zu übersehen ist dagegen ein kleiner Kunststoffhaken ganz unten, wo die Riemen ihren Ursprung haben. Dort kann ich bei festgezurrtem Rucksack die überlangen Bänder einhaken und optisch etwas mehr Ordnung schaffen.

Vieles lässt sich anpassen
Der Beckengurt ist abnehmbar. Und wenn der höhenverstellbare Brustgurt stört, den so gut wie kein Teenager jemals schliesst, kann ich diesen ebenfalls aus seiner Führungsschiene schieben und entfernen. Ein aufwändiges Verstellsystem hat der Con:next nicht mehr. Das ist okay, denn, so hat mir ein Rucksack-Produzent erzählt, dieses Feature macht unter anderem Primarschultheks so teuer.
Der Con:next wird «erwachsener» getragen und eingestellt. In der Erwachsenenwelt kaufen auch Menschen zwischen 1,50 und zwei Metern Körpergrösse dieselben Modelle und zerren sie sich zurecht. Bei meiner Tochter hängt der Satch maximal über einer Schulter, wenn ich sie morgens aus dem Haus rennen sehe.
Dass sich Jugendliche ihr Gepäck wie für eine Tageswanderung auf die Hüfte schnallen, kommt nach allem, was ich beobachte, sehr selten vor. Auch die Rückseite des Con:next bietet mehr an, als in der Regel genutzt wird: Er hat noch diverse Schlaufen wie ein Bergrucksack. Statt Karabinern und Seilen könnten Schülerinnen und Schüler hier ein Veloschloss oder zusätzliches Licht anbringen. Das sind zumindest Ideen, die Satch erwähnt.
Nur wenige Details reflektieren
Der Hersteller lässt es sich auch nicht nehmen, den Markennamen gross und – neben zwei kleinen Bereichen unterhalb des Reissverschlusses und an den Trägern – als reflektierendes Hauptelement auf den Rucksack zu packen. Einerseits einleuchtend. Andererseits gibt es elegantere Möglichkeiten, diesen wichtigen Effekt grossflächig zu integrieren.
Auffallen will der Con:next offensichtlich nicht. Die komplette erhältliche Farbpalette bleibt blass. Das scheint bei vielen Schülerinnen und Schülern nach der bunten Primarschulzeit gefragt zu sein. Auch das verwendete Hauptmaterial ist wenig überraschend – rezykliertes Polyester, die PET-Flasche lässt grüssen. Die Reissverschlüsse bestehen ebenfalls aus Kunststoff, laufen gut, fressen sich nirgends fest und rosten sicher nicht. Ausserdem sind sie für die Farbtupfer zuständig.

So bleibt eigentlich nur noch eine Frage offen …
Wasserdicht oder nicht?
Nichts ist nerviger als ein heftiger Regenguss, der Arbeitsblätter oder gar den Laptop einweicht. Das Obermaterial des Con:next gilt mit einer Wassersäule von 1500 mm schon als «wasserdicht» – was heisst, dass es einen mässigen Regenschauer auf dem Heimweg aushalten sollte.
Ob der Rucksack auch an den Reissverschlüssen dicht bleibt, teste ich unter der Dusche. Statt mit Computer und Prüfungsblättern stopfe ich ihn dafür mit WC und Küchenpapier voll und starte 30 Sekunden Starkregen. Ins Hauptfach frisst sich die Feuchtigkeit schnell hinein, da könnte ein heftiger Schauer auf dem Heimweg Spuren hinterlassen. Dafür bleibt das Laptop-Abteil länger trocken.

Fazit
Kompakter Schulrucksack, der den Laptop schützt
Mit 22 Litern Volumen reicht der Satch Con:next im Schulalltag, wenn vermehrt am Laptop gearbeitet wird. Einem Modell bis 14 Zoll bietet er im separaten Fach sehr guten Schutz. Meine Tochter findet lediglich den Zugriff etwas umständlich und stört sich an den langen Bändern des Tragesystems.
Komfort und Gewichtsverteilung überzeugen. Das Rückenteil ist gepolstert, belüftet und wird durch eine Aluminiumschiene unterstützt. Die Fächer sind sinnvoll unterteilt, aussen bleibt der Rucksack schlicht und reflektiert nur dezent. Bei Starkregen ist lediglich das Laptopfach längere Zeit vor Feuchtigkeit geschützt.
Pro
- passt ab ca. 1,50 m Körpergrösse gut
- Becken- und Brustgurt abnehmbar
- Tragesystem belüftet und stabil
- separates Laptopfach
- kompakt
Contra
- begrenzt wasserdicht
- wenige reflektierende Stellen
- lange Bänder, die sich schlecht verstauen lassen
- Zugriff auf Laptop fummelig
Einfacher Schreiber, zweifacher Papi. Ist gerne in Bewegung, hangelt sich durch den Familienalltag, jongliert mit mehreren Bällen und lässt ab und zu etwas fallen. Einen Ball. Oder eine Bemerkung. Oder beides.
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